___LoSt In A FrEeZiNg HeLl
Ein Kaffeekränzchen im Irrenhaus

Ja, ich habe eine Gruppentherapie in einer Psychiatrie besucht. Freiwillig im Gegensatz zu den anderen anwesenden Personen. Hab ich Probleme? Selbstverständlich. Bin ich gestört? selbstverständlich. War ich deswegen in der Psychiatrie? Selbstverständlich nicht. Es gibt zwei Gründe, wieso ich mich offiziell als eine Irre und ein soziales Frack habe abstempeln lassen. 1. gratis Essen 2. Langeweile Ein Kumpel von mir, ist ein Angestellter in der Psychiatrie, in diese Sitzungen abgehalten werden. Ich ärgere ihn oft damit, dass er dort als Patient besser aufgehoben wäre. Dank ihm konnte ich gratis an einer solchen Therapiesitzung teilnehmen. Kostet sowas sonst eigentlich? Keine Ahnung. Wie dem auch sei, da sassen wir nun alle, ein buntes Bündel aus verschiedenen Persönlichkeitsstörungen und Ich. Warte, ich bin ja auch gestört.... Irgendwie habe ich mir Gruppentherapien anders vorgestellt. 8 mal sollte man an so eine Sitzung gehen, mit Schreibzeug und Notizblock bewaffnet. Ich hätte eher an einen Kreis gedacht in denen man sich irgend ein Bällchen zuwirft und dann über seine Probleme redet. Statt dessen, sassen wir da. In einer Reihe und hörten der Dame vor uns zu, die so unablässlich vor uns her lief, dass ich ich ernsthaft fragte ob sie bei uns in der Sitzreihe nicht besser aufgehoben gewesen wäre. Erst nach einer geschlagenen Viertelstunde kam dann dieses über-seine-Probleme-reden an die Reihe. Meine Vorstellung war sehr kurz. Ich wollte ja nicht lügen, aber meine Störungen aufzuzählen....nah die hätte mich rausgeschmissen. Gehört nicht dort hin. Will man die Abnormalität aus mir rauskriegen, müsste man an meinem Hirn rumspielen und nicht mit mir reden. Ich erklärte also: "Mein Name ist Andy und ich bin hier, weil ich mich zu Leuten wie euch hingezogen fühle." Das ist nicht gelogen und so mancher könnte es als Problem ansehen schätze ich. Ich muss trotzdem sagen. Die restlichen sieben Sitzungen werde ich mir nicht mehr antun. Ich habe mir das Ganze erstens wesentlich interessanter vorgestellt und zweitens hat der hübsche Junge, der an Derealisation leidet jetzt meine Handynummer. Das anschliessende miteinander-essen fand ich wieder rum toll. Würde die Sitzung an sich 30 Minuten weniger lang dauern. Wäre es ein Grund gewesen wieder hinzugehen.
1.12.14 22:32


Ein Schwäzchen über Leichen

Erinnert ihr euch an Marc? Ich habe euch in einem früheren Post von ihm erzählt.
Jetzt, wo ich allein in meinem Bett vor meinem Pc liege, muss ich, nach meinem letzten Blogeintrag, unweigerlich an unsere letzte Begegnung denken.

Marc und ich haben uns durch Zufall im Zug getroffen. Unsere Treffen sind immer Zufälle. Zumindest sehen sie nach Zufällen aus. Wir beide würden uns niemals freiwillig beim anderen melden um uns zu verabreden. Unser kleines Machtspielchen würde sowas nicht zulassen.
Ich habe auch nicht den Drang mich bewusst mit Marc zu verabreden.

Ich meine Marc ist ein Arschloch. Er ist ein Arschloch genau wie ich. Deshalb passen wir gut zusammen. Das wir gut zusammenpassen, muss aber noch lange nicht heissen, dass wir einander mögen.

Ich und Marc haben eine sehr spezielle Beziehung zueinander. Wir begegnen uns mit einer Faszination, die uns gleichzeitig immer über den jeweilig anderen stellt. Als ich klein war, hielt mein Vater lange eine Schlange. Fasziniert habe ich meine Nase an der Scheibe platt gedrückt und sie beobachtet. Ich denke unser Verhältnis zueinander könnte man so am besten verdeutlichen. Wir beobachten den jeweilig anderen durch eine dicke Glasscheibe, einzig wer aussen steht, darüber sind wir uns nicht einig.

Wie dem auch sei, wir sind gemeinsam ausgestiegen.
An einer vollkommen falschen Haltestelle.
Das ist wohl unsere Art eine Einladung auszusprechen und anzunehmen.

Da sassen wir dann, in einem Cafe in der nähe des Bahnhofes bei einem Cola und einem Glas hausgemachten Eistees und schwiegen einander an.

So ist das immer bei uns, wir reden am Anfang nicht einfach so über belanglose Dinge. Wir schweigen bis wir etwas gefunden haben über das wir uns streiten können. Zumindest nenne ich es streiten.
Marc nennt es diskutieren.

Ich weiss wie sehr er es geniesst, dass ich auf seine Argumente eingehe. Auch wenn das heisst, dass ich sie zerschmettere und ihn, wie er es einmal nannte, mit diesem verdammten Psychopathenlächeln ansehe. Dieses verdammte Psychopathenlächeln ist eigentlich nichts weiter als ein überhebliches Grinsen.

Ich geniesse es mit Marc zu reden. Nicht nur weil ich regelrecht streitsüchtig bin. Dieser Junge kann seine Gedanken mit niemandem teilen. Aus Rücksicht wir ihn jeder sanft versuchen zu beruhigen.
Kein Wunder, seine Ansichten sind fernab jeder Logik.
Sie sind wirr, paradox und vollkommen unzusammenhängend.
Typisch für Boderline-Persönlichkeiten.

Ich weiss wie ich mit Marc umgehen muss. Ich darf nicht das Ganze nehmen und es als Unsinn abstempeln.

Statt dessen nehme ich jedes seiner Argumente und befinde es einzeln für unbrauchbar. Eine Angelegenheit die mir übrigens immer unglaublich viel Freude bereitet.

Ich geniesse diese Gespräche auch, weil ich weiss, dass ich sie unter Kontrolle habe. Marc weiss das auch, aber auf seine Weise. Er weiss es, stell sich aber trotzdem über mich. Seine Einstellung ist wie gesagt Paradox, ich werde daher erst gar nicht versuchen sie auf irgend eine Weise zu erklären.

Ich erwähnte in meinem letzten Beitrag immer wider einen Buchtitel:

"Ich hasse dich! - Verlass mich nicht!"

So ist das bei Marc, egal wie sehr er mich auch für meine Aussagen hassen mag, egal was er auf mich projiziert oder wie sehr er mich in einigen Phasen der Selbstherrlichkeit verachtet, es ist ihm schlichtweg nicht möglich mich zu verlassen.

Marc war vielleicht nicht die erste Person, die mir gesagt hat, ich könne sie mal am Arsch lecken, aber er war der Erste, der mich auf Knien anflehte zu bleiben.


Genau an diesen einen Moment, an dem er jegliche Kontrolle an mich abtrat und danach wieder aufstand als wäre nichts gewesen und mich mit dem selben arroganten Lächeln bedachte wie ich ihn, erinnerte ich mich bei unserem letzten Gespräch während ich mit meinem Strohhalm die Eiswürfel in meiner Cola hin und her schob.

Nachdem wir uns erstmal wegen irgend einem Thema, das ich bereits wieder vergessen habe, in die Haare gekriegt hatten, plauderten wir über dieses und jenes. Seine Exfreundin, ein beliebtes Thema bei ihm. Oft redete er darüber, dass er sie vermisste. An jenem Tag aber, war sie nur die dumme Schlampe. Wir redeten über mein Training, den Einbruch im Nachbarsdorf....

Ja der Einbruch, unbekannte brachen bei einem Rentnerpaar ein und haben die beiden erschossen, Raubmord. Wir haben ein paar Witzchen darüber gerissen, wie scheisse es sein muss, wenn man sein Leben lang für seine AHV arbeitet und die dann nicht nutzen kann und einige andere Bemerkungen dazu abgegeben.

Ein Glas Eiste und ein ein halbes Glas Cola später haben wir uns verabschiedet, Marc und ich. Küsschen links und Küsschen rechts.
Dabei flüssterte er mir übrigens ins Ohr:

"Ich hab der Kellnerin gesagt die Rechnung geht auf dich."

Tja, Marc ist halt ein Arschloch.

Ich hab bezahlt, mit dem Geld, dass ich ihm bei unsere letzten Begegnung für solche Fälle geklaut habe.



Ich und Er, wir sind halt beides Arschlöcher.
30.11.14 03:37


Traitor-2.1

Vorsichtig Strich das Mädchen Luce eine Haarsträhne aus dem Gesicht, wie alle anderen schlief er. Traitor lächelte leicht, sie mochte den Jungen. Vielleicht mochte sie ihn sogar zu sehr. Sein schlafendes Gesicht wirkte friedlich. So muss ein Engel aussehen, der Vergleich brachte das Mädchen zum schmunzeln. Wie kam ausgerechnet sie, die nicht an Gott oder Engel glaubte auf so einen vergleich? Wenn sie an Gott glauben würde, würde das voraussetzen, dass sie auch an die Existenz einer Hölle glauben musste. Eine Hölle in der sie zweifellos landen würde. Traitor fasste sich an die Kehle, sie hatte Durst. Der Gedanke an das Fegefeuer, hatte ihr das Gefühl, dass sie so gut verdrängt hatte wieder ins Bewusstsein gerufen. Nichts zu Essen war auszuhalten, doch wenn sie nicht bald etwas trank würde sie verdursten. Um sich abzulenken vertiefte sich Traitor wieder in die Gesichtszüge des Jungen. Die Haarsträhne war ihm bereits wieder ins Gesicht gefallen. Das Mädchen beugte sich vor um sie erneut aus seinem Gesicht zu streichen. Als sie ihm versehentlich ankam und er leicht zur Seite kippte gluckerte etwas. Wasser! Wie auch ihr, hatten ihre Entführer den Anderen ihre Sachen nicht abgenommen. Sie beugte sich vorsichtig über den Jungen und angelte nach seinem Rucksack. Triumphierend lachte sie auf, als sie gefunden hatte was sie suchte und endlich die für sie lebensrettende Wasserflasche in den Händen hielt. Ihr Inhalt war angenehm kalt geblieben. Wie in Schatz erschien ihr ihre Beute. Mit vor Freude zittrigen Händen öffnete sie den Verschluss und trank. Es tat so gut, dass sich das Mädchen schon fragte ob wohl auch hier ein Suchtmittel hineingekippt wurde. Nur wiederstrebend lösten sich ihre Lippen vom Flaschenhals. Sie hatte die bis zum Rand hin gefüllte Flasche ohne auch nur einmal abzusetzen bis zur Hälfte ausgetrunken. Der Junge neben ihr begann sich langsam wieder zu regen. Eilig verstaute sie die Flasche wieder in seinem Rucksack. Luce schlug die Augen auf und Traitor schenkte ihm ein unschuldiges Lächeln. "Gut geschlafen? Ich sagte dir doch du sollst nichts davon essen."
1.12.14 19:38


Borderline Persönlichkeitsstörung

Ich hasse dich! - Verlass mich nicht!

Mein erster Kontakt mit dieser Persönlichkeitsstörung fand durch ein Buch statt, dass genau diesen Namen trug.

Nun bald ein Jahr später, im Angesicht eines psychisch kranken mit genau dieser Störung erst klar wie passend jener Name war.

Doch was ist Borderline Persönlichkeitsstörung abgekürzt BPS überhaupt?

Bei dieser Störung des Ich-Gefühls legt der Betroffene oft eine paradoxe Verhaltensweise an den Tag. Er ist nicht fähig eine stabile Beziehung zu sich selbst oder anderen Menschen aufzubauen.

Doch erwähnte ich nicht vorher den Kontakt zu jemandem der von BPS betroffen ist?

Tatsächlich habe ich nun seit einem halben Jahr einen Jungen um mich, auf den diese Aussage: Ich liebe dich! Verlass mich nicht! perfekt zutrifft.
Das interessante: Ich habe es für eine, für mich, lange Zeit (zwei Wochen) nicht bemerkt.

Für mich, ein wahrer Glücksfall. Für seine Eltern und seine (inzwischen Ex) Freundin leider nicht.

Wieso? Borderline-Persönlichkeiten neigen zu schwarz-weiss-denken. Was übertragen auf ihre zwischenmenschlichen Beziehungen.

Machen wir ein Beispiel an jenem Jungen den ich erwähnte, Marc.

Marc neigte, wie viele andere Borderline-Persönlichkeiten, einerseits zu der Idealisierung, andererseits aber auch zur vollkommenen Abwertung von sich selbst und anderen Menschen.
"Ich hasse dich - verlass mich nicht!"

Borderline-Typen projizieren auch oft Teile des Selbst auf andere wenn sie stark emotionalisiert sind.

Kommen wir zurück auf Marc. Marc hasse sich selbst. Gleichzeitig war er um keinen Machtkampf mit mir verlegen. Er kränkte andere, manchmal unbewusst,, manchmal bewusst. Seine Denkprozesse, kann ich nicht anders als als bizzar und fernab von Logik und Rationalität beschreiben. Trotzdem hatte er auch ein unglaubliches Talent dafür andere für seine Zwecke zu manipulieren.
Man sollte erwähnen, er war fast 2 Jahre mit seiner Freundin zusammen.
Eine beachtliche Zeit bei seiner Persönlichkeit. Eine absolut geschmacklose Randnotiz meiner seits:
Sie beansprucht in zwischen psychologische Hilfe.

"Ich hasse dich! - verlass mich nicht!" Ein Leben an der Grenzlinie.
30.11.14 00:28


Kapitel 2.1 - Traitor

Vorsichtig Strich das Mädchen Luce eine Haarsträhne aus dem Gesicht, wie alle anderen schlief er. Traitor lächelte leicht, sie mochte den Jungen. Vielleicht mochte sie ihn sogar zu sehr. Sein schlafendes Gesicht wirkte friedlich. So muss ein Engel aussehen, der Vergleich brachte das Mädchen zum schmunzeln. Wie kam ausgerechnet sie, die nicht an Gott oder Engel glaubte auf so einen vergleich? Wenn sie an Gott glauben würde, würde das voraussetzen, dass sie auch an die Existenz einer Hölle glauben musste. Eine Hölle in der sie zweifellos landen würde.
Traitor fasste sich an die Kehle, sie hatte Durst. Der Gedanke an das Fegefeuer, hatte ihr das Gefühl, dass sie so gut verdrängt hatte wieder ins Bewusstsein gerufen. Nichts zu Essen war auszuhalten, doch wenn sie nicht bald etwas trank würde sie verdursten. Um sich abzulenken vertiefte sich Traitor wieder in die Gesichtszüge des Jungen. Die Haarsträhne war ihm bereits wieder ins Gesicht gefallen. Das Mädchen beugte sich vor um sie erneut aus seinem Gesicht zu streichen. Als sie ihm versehentlich ankam und er leicht zur Seite kippte gluckerte etwas. Wasser! Wie auch ihr, hatten ihre Entführer den Anderen ihre Sachen nicht abgenommen. Sie beugte sich vorsichtig über den Jungen und angelte nach seinem Rucksack.
Triumphierend lachte sie auf, als sie gefunden hatte was sie suchte und endlich die für sie lebensrettende Wasserflasche in den Händen hielt. Ihr Inhalt war angenehm kalt geblieben. Wie in Schatz erschien ihr ihre Beute. Mit vor Freude zittrigen Händen öffnete sie den Verschluss und trank. Es tat so gut, dass sich das Mädchen schon fragte ob wohl auch hier ein Suchtmittel hineingekippt wurde. Nur wiederstrebend lösten sich ihre Lippen vom Flaschenhals. Sie hatte die bis zum Rand hin gefüllte Flasche ohne auch nur einmal abzusetzen bis zur Hälfte ausgetrunken.
Der Junge neben ihr begann sich langsam wieder zu regen. Eilig verstaute sie die Flasche wieder in seinem Rucksack. Luce schlug die Augen auf und Traitor schenkte ihm ein unschuldiges Lächeln. "Gut geschlafen? Ich sagte dir doch du sollst nichts davon essen."
30.11.14 05:50


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